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Rundschreiben an alle Anleger
bitte vollständig lesen 

An die Gesellschafter der
ZELAS Beteiligungsgesellschaft mbH & Co. Leben I KG

München und Hamburg, den 1.März 2010

Sehr geehrte Damen und Herren,

rund drei Monate sind vergangen seit dem Ablauf der von der Deutschen Bank gesetzten Annahmefrist für ihr 80%-Angebot. In dieser Zeit ist einiges geschehen, über das wir Sie in diesem Schreiben unterrichten möchten. Da wir uns auch weiterhin für eine Aufstockung der Zahlung an diejenigen Anleger einsetzen, die das Angebot angenommen haben, haben wir uns entschieden, dieses Schreiben noch mal an alle (ehemaligen) Fondsgesellschafter zu richten mit Ausnahme derjenigen, die unter keinen Umständen mehr angeschrieben werden wollten. Sollten Sie zukünftig keine weitere Post wünschen, bitten wir um kurze Mitteilung.

Wie Sie wahrscheinlich gesehen haben, war die Annahmequote laut Fondsgesellschaft 90%. Das ist verständlich. Viele Anleger wollten auf diese Weise die befürchteten höheren Verluste begrenzen. Der zum Teil massive Druck der Berater ist nicht ohne Wirkung geblieben. Andererseits haben rund 1.000 Anleger des DB Kompass Life I das Angebot NICHT angenommen. Viele von Ihnen waren über das Angebot und Geschäftsgebahren der Deutschen Bank empört und haben auf eine schnelle Entschädigung verzichtet um sich die Option auf Schadensersatz zu erhalten und um die Deutsche Bank „nicht einfach so davon kommen zu lassen“.

Was ist seit November vergangenen Jahres passiert?

Schadenersatzklagen
Für eine Reihe von Anlegern bereitet Herr von Ferber gemeinsam mit den Anwälten von der KWAG gegenwärtig die Schadenersatzklagen vor.

Strafanzeige
Die Staatsanwaltschaft in Frankfurt hat nach rund zehnwöchigen Vorermittlungen die offizielle Eröffnung eines Ermittlungsverfahrens gegen die Deutsche Bank abgelehnt. Die Begründung der Entscheidung ist eine Zumutung. Sie stützt sich im Wesentlichen darauf, dass an dem Fondsprospekt nichts auszusetzen sei und deshalb keine Täuschung vorliege. Damit geht Sie aber komplett am relevanten und von uns vorgetragenen Sachverhalt vorbei, demzufolge die Deutsche Bank das Anlegergeld in ein Portfolio investiert hat, das von vornherein nicht geeignet war, die Prospektprognosen zu erfüllen. Auch auf den Vorwurf, dass die Deutsche Bank den Anlegern in den diversen Veröffentlichungen trotzdem mitteilte und daran bis heute festhält, dass die Prognose grundsätzlich erreichbar war bzw. gewesen wäre, wenn sich nicht nachträglich die Lebenserwartungen geändert hätten, geht die Staatsanwaltschaft nicht ein. Dr. Strate hat deshalb Beschwerde gegen die Entscheidung des Staatsanwalts beim Generalstaatsanwalt eingelegt.


Schriftliches Beschlussverfahren 2009
Für diejenigen von Ihnen, die Herrn von Ferber Vollmacht erteilt hatten und diese bis zum 13.11.2009 nicht widerrufen hatten (2.751 Anleger mit ca. 60.000 Stimmen), hat Herr von Ferber entsprechend seiner Ankündigung mit Schreiben vom 13.11.2009 sämtliche Beschlussvorschläge (Genehmigung Jahresabschluss, Wahl Abschlussprüfer und Entlastung) abgelehnt. Gleichwohl hat die Fondsgesellschaft mit Schreiben vom 27.1.2010 mitgeteilt, dass alle Beschlussvorschläge mit deutlicher Mehrheit angenommen wurden (diese Schreiben haben Sie ebenfalls bekommen, wenn Sie ihre Anteile nicht verkauft haben). Auf Rüge von Herrn von Ferber wurde mitgeteilt, die von Herrn von Ferber in Vollmacht abgegebenen Stimmen (die allein schon deutlich über der Zahl der angeblichen Zustimmungen lag) seien nicht gezählt worden, weil die meisten der Vollmachtgeber das Angebot angenommen hätten und damit ihre Stimmrechte nicht mehr ausüben konnten. Dem ist allerdings entgegenzuhalten, dass Herr von Ferber das Votum für die von ihm vertretenen Anleger abgegeben hat, bevor die meisten von Ihnen das Kaufangebot der Deutschen Bank angenommen haben.

Folgt man aber der Argumentation der Deutschen Bank, nach der Anleger, die das Kaufangebot angenommen haben, nicht mehr abstimmen durften (egal ob vor oder nach der Annahme), so dürften eigentlich nur noch maximal 10% der Anlegerstimmen in die Abstimmung eingeflossen sein. Denn bekanntlich hat die Deutsche Bank mitgeteilt, dass 90% der Anleger das Angebot angenommen haben. Laut dem Protokoll der schriftlichen Beschlussfasung haben aber bei jedem Beschlussgegenstand rund 50.000 Stimmen (= 50 Mio. € Anlegerkapital), also rund 20% (!!!) des Gesamtkapitals von 250 Mio. EURO, abgestimmt. U.a. auf diesen Widerspruch hat Herr von Ferber die Fondsgesellschaft mit Schreiben vom 12.2.2010 aufmerksam gemacht.

Die Antwort der DRITTE PAXAS vom 24.02.2010 enthält keine befriedigende Erklärung.

Den Schriftverkehr zu diesem Thema können Sie in diesem PDF (download) einsehen.

Was heißt das nun? Die Deutsche Bank versucht offenbar weiterhin mit allen Mitteln, den berechtigten Protest klein zu halten und schreckt dabei offenbar auch nicht vor der Manipulation der Abstimmungsergebnisse bzw. einer Protokollfälschung zurück. Die Fondsgeschäftsführung erschleicht ihre eigene Entlastung für das Geschäftsjahr 2008 indem sie willkürlich die ablehnenden Stimmen einer großen Zahl von Anlegern bei der Auszählung nicht berücksichtigt. Wir werden die Stimmauszählung aus diesem Grund gerichtlich anfechten.

Auch wenn für viele von Ihnen die Angelegenheit durch den Verkauf der Anteile erledigt sein mag, würden wir uns freuen, wenn Sie unseren Protest unterstützen: Gehen Sie auf den folgenden Link und senden Sie eine E-Mail an die Dritte PAXAS Treuhand- und Beteiligungsgesellschaft mbH oder rufen Sie dort an (Tel. 0211 – 9946 211 oder 212) oder senden Sie einen Brief an die Dritte PAXAS Treuhand- und Beteiligungsgesellschaft mbH Postfach 101939, 40010 Düsseldorf. Einen Formulierungsvorschlag finden Sie hier (PDF, 120 KB)

Vergleichsangebote der Deutsche Bank
Wir wissen von einigen Gesellschaftern, die das Angebot nicht angenommen hatten, dass die Deutsche Bank nach Ablauf der Annahmefrist für den Kauf der Anteile mehr als 80% angeboten hat, teils über 100%. Diese Angebote erfolgten in der Regel mündlich und wurden, soweit wir wissen, auch auf Aufforderung nicht schriftlich bestätigt (aber auch nicht dementiert). Für uns wäre es äußert hilfreich, wenn Sie uns mitteilen würden, falls Ihnen oder anderen ihnen bekannten Anlegern ebenfalls solche Angebote gemacht wurden, egal ob mündlich oder schriftlich (letzteres wäre natürlich am besten). Bitte schicken Sie etwaige Kenntnisse an die üblichen Emailadressen (langer.tilman@googlemail.com oder anlegerschutz@kvf-law.de).

Außerordentliche Gesellschafterversammlung
Über den von Herrn von Ferber eingereichten Antrag der Schutzgemeinschaft, eine außerordentliche Gesellschafterversammlung einzuberufen,hat die Geschäftsführung der ZELAS Beteiligungsgesellschaft mbH & Co. Leben I KG (Kompass Life I) bisher nicht entschieden. Das Quorum war nach der Schätzung von Herrn von Ferber knapp erreicht. Da viele Anleger ihre Beteiligungshöhe nicht mitgeteilt haben, war eine genaue Auszählung allerdings auch nicht möglich.

Restrukturierung des Fonds
In ihrem Schreiben vom 27.01.2010 hat die Fondsgeschäftsführung angekündigt, dass sie im 1. Quartal 2010 eine Restrukturierung des Portfolios anbieten wird, um die 29 mehrfach gewichteten Fondspolicen auf ihre tatsächlichen Versicherungssummen zu reduzieren. Das Restrukturierungsangebot der DB liegt noch nicht vor. Ob es ratsam ist, der Restrukturierung des Portfolios zuzustimmen, hängt u.a. davon ab, welche Policen mehrfach gewichtet wurden. Herr von Ferber hat deshalb die Fondsgeschäftsführung mit Schreiben vom 12.2.2010 aufgefordert, dies im Einzelnen darzulegen. Spätestens nach der Übersendung der entsprechenden Unterlagen durch die Fondsgesellschaft werden wir hierzu Stellung nehmen.

Sonstiges
Wie geht es weiter? Wie Sie den obigen Ausführungen entnehmen könnten, entpuppen sich der Fonds und das Verhalten der Deutschen Bank zusehends als ein noch größerer Skandal als bislang gedacht (Stichwort „Stimmenmanipulation“). Bei allen Themen sind wir am Drücker und werden die Anlegerinteressen verteidigen mit dem Ziel einer angemessenen Entschädigung, wenn möglich für alle Anleger. Sie selbst können aktiv helfen, müssen es aber nicht. Wenn Sie unmittelbar mithelfen wollen, können Sie klagen (das lohnt sich vor allem schon jetzt, wenn Sie rechtschutzversichert sind; wenden Sie sich wie gehabt an die KWAG, Lise-Meitner-Straße 2, 28359 Bremen, Telefon: 0421 / 520 948 – 0, Telefax: 0421 / 520 948 - 9 , bremen@kwag-recht.de), ihren Protest gegen die Stimmmanipulation zum Ausdruck bringen (s.o.) und/ oder uns ggfs. interessante Entwicklungen in Ihrem Dialog mit der Deutschen Bank mitteilen, insb. etwaige höhere Angebote (s.o.).

Wer hat verkauft/wer hat nicht verkauft?
Natürlich sind wir daran interessiert zu erfahren, ob Sie Ihre Beteiligung verkauft haben oder ob Sie weiterhin Gesellschafter der ZELAS Beteiligungsgesellschaft sind.  Bitte teilen Sie uns mit, wenn Sie das Kaufangebot NICHT angenommen haben, indem Sie folgendes Formular kurz ausfüllen. Vielen Dank!

Zum Formular: Ich habe das Kaufangebot NICHT angenommen.

Vereinigung der Anleger geschlossener Fonds (AGF e.V.)
Wie Sie wissen, hat die Schutzgemeinschaft in dieser Sache mit der Vereinigung der Anleger geschlossener Fonds (AGF e.V.) zusammengearbeitet, einem Verein, der der letztlich aus der Initiative von Anlegern des DB Kompass Life entstanden ist.

Auf dem Spendenkonto der AGF e.V. sind insgesamt 19.390,00 EURO an Spendengeldern eingegangen. Der Betrag setzt sich zusammen aus 265 Einzelspenden von 10 EURO bis  500 EURO, für die wir uns an dieser Stelle noch einmal ganz herzlich bedanken.

Die Spenden wurden wie folgt verwendet:

Druck, Versandvorbereitung/Rundschreiben 

3.058,23

Porto Rundschreiben 

2.747,58

E-Mailings/ technische Unterstützung 

3.195,89

Einrichtung und Pflege der Internetseite 

2.615,62

Auswertung des Postrücklaufs/Pflege der Adressdatei 

2.734,62

Rechtsberatung 

3.570,00

Auswertung Portfolio 

2.169,42

Summe 

20.091,35

Der Fehlbetrag von 701,35 EURO wurde von den Gründungsmitgliedern ausgeglichen. Zur Fortsetzung unserer Arbeit sind wir dringend auf weitere Spenden angewiesen. (Spendenkonto: 638037697 bei der Hypovereinsbank BLZ: 20030000) 

Der Verein hat seit seiner Gründung viele neue Mitglieder aus dem Kreis der DB Kompass Life Anleger gewonnen, die unsere Ziele unterstützen. Der Verein wird sich auch in Zukunft für Anlegerschutz und Markttransparenz einsetzen. Natürlich würden wir uns freuen, wenn auch Sie sich entschließen könnten, dem Verein beizutreten.

Ein Anmeldeformular finden Sie hier. AGF Deutschland e.V.

Wir werden uns in Kürze wieder bei Ihnen melden, wenn das Restrukturierungsangebot der Deutsche Bank vorliegt oder, wenn es neue Entwicklungen in dieser Sache gibt.

Wenn Sie keine Mails mehr von uns erhalten wollen, sende Sie uns bitte eine kurze E-Mail.

Mit besten Grüßen,
          
Tilman Langer        Karl-Georg von Ferber