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db Kompass Life 3 Fonds

Bei den db Kompass Life 1 und 2 Fonds hatte die Deutsche Bank noch die Absicht, echte Lebensversicherungspolicen zu erwerben. Policen also, die schon viele Jahre bestanden und in der Regel der Absicherung der Nachkommen des Versicherungsnehmers dienten. Weil die Deutsche Bank aber spät dran war mit ihren Fonds und zudem ein erhebliches Volumen von annähernd 500 Mio. € investieren musste (man hatte ja schließlich 66 Mio. € Gebühren kassiert, die man sonst hätte zurückerstatten müssen), war es ihr nicht möglich, genügend Policen zu finden, die den Prospektkriterien entsprachen. Darüber setzte sie sich hinweg, indem sie zum einen zu viele Policen mit langer, über das Fondsende hinausreichender Laufzeit erwarb. Da dies aber immer noch nicht reichte, um alle Gelder zu investieren, hat die Deutsche Bank zudem viele der erworbenen Policen gewissermaßen "aufgepumpt", indem sie in einem reinen Geschäft mit sich selbst so getan hat, als hätten diese ein größeres Volumen.

Weil man offenbar bei weiteren Fonds solche Probleme nicht noch einmal riskieren wollte, kam man auf die Idee, den nächsten Lebensversicherungsfonds ganz ohne die lästigen und schwer auffindbaren Lebensversicherungen zu machen. So entstand der db Kompass Life 3. Verpackt in ein sog. "Zertifikat", das angeblich Lebensversicherungspolicen von 500 Referenzpersonen nachbildet, ist dieser Fonds letztlich nichts anderes als eine Wette auf den frühen Tod von 500 US-Amerikanern.

Kompass Life 1 und 2 konnten moralisch noch mit dem Argument gerechtfertigt werden, dass der Verkauf der Police für den Versicherten den Vorteil bietet, dass er für seine Anwartschaft einen marktgerechten Preis erhält. Auch konnte man annehmen, dass sich der Gewinn bei dieser Anlage nicht aus dem frühen Hinscheiden des Versicherten ergibt, sondern daraus, dass der Kaufpreis der Police eben geringer ist als die Ablaufleistung, weil durch den Erwerb der Police die Ablaufleistung abzüglich noch zu leistender Prämien gewissermaßen vorfinanziert wird.

Bei Kompass Life 3 gibt es keine Versicherungen, keine Versicherungspolicen und keine Ablaufleistungen. Es gibt nur 500 ganz reale Referenzpersonen. Und es gibt eine Wette.

Die Wette lautet: „Wie lange leben die Referenzpersonen?"

  1. leben sie durchschnittlich um maximal 12 Monate länger als die medizinischen Gutachter geschätzt haben, dann errechnet sich für den Fondsanleger eine Rendite von gut 6% p.a.
  2. leben sie durchschnittlich um ca. 38 Monate länger als die medizinischen Gutachter geschätzt haben, dann verlieren die Anleger rund die Hälfte ihrer Anlage
  3. bei einer durchschnittlichen Lebenszeit von 12 - 38 Monaten über den Schätzungen bewegt sich die Anlegerrendite zwischen diesen beiden Eckpunkten

Wettgegner bei dieser Wette ist übrigens nicht irgendeine Versicherungsgesellschaft, sondern die Deutsche Bank selbst. Diese hat als Anbieter der Wette gleichzeitig auch die Referenzpersonen ausgewählt, die Sterbetafeln für die Lebenserwartungsschätzungen festgelegt (die übrigens schon damals veraltet waren) und das Rechenmodell entwickelt, das angeblich die Sterberaten in dem Referenzportfolio in entsprechende Renditen für die Anleger "umrechnet". Wie das funktioniert weiß nur eine - die Deutsche Bank. Und das wird auch am Ende des Fonds so sein, denn die Deutsche Bank muss und wird keine ihrer Berechnungen offenlegen.

Hat noch irgendjemand Zweifel, wer diese Wette gewinnen wird?

Für etwaige Fragen stehen Ihnen unsere Vertragsanwälte Dr. Tilman Langer (Tel. 089 388 79 475, langer@vonferber-langer.de) und Karl-Georg von Ferber (Tel. 040 3250 3794-0, vonferber@vonferber-langer.de) jederzeit gerne zur Verfügung. (s.a. www.vonferber-langer.de)